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Korridorstudie Traisental 2009

von Hermann Knoflacher

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Schlussfolgerungen

Unter Berücksichtigung von Besetzungsgrad und Multimodalität liegt der Auslastungsgrad im Korridor des Traisentals zwischen St.Pölten und Lilienfeld in jedem Fall unter der Auslastungsgrenze,  der einen Straßenausbau oder gar Neubau einer Schnellstraße begründen könnte. 

Durch den Bau der geplanten Schnellstraße S34 aber auch durch die Weiterführung der B334 als Landesstraße wird der Verkehrswert auf der Straße erhöht, die dem gegenüberstehenden Kosten alleine für die Errichtung sind enorm. Dabei zeigt sich, dass die selbe Maßnahme, beispielsweise durch die Erhöhung des Besetzungsgrades der Kfz um 33%, zum selben Ergebnis führt.

Werden die freien Kapazitäten bei Bus und Bahn herangezogen, zeigt sich, dass rund 40% des Verkehrsaufkommens der Straße im Korridor bei derzeitigen Besetzungsgrad auf die Schiene verlagert werden kann. Mit Ausbaumaßnahmen auf der Schiene sowie entsprechenden Anpassungen  bei Fahrzeit und Intervallen, kann theoretisch auch das gesamte derzeitige  Straßenverkehrsaufkommen im Personenverkehr auf die Schiene verlagert werden. Die angeführten  Maßnahmen im Bereich des Verkehrsmanagements umfassen die Verkehrsmittelwahl sowohl im  Personen‐ als auch im Güterverkehr.  

Die geplante Schnellstraße wirkt hingegen kontraproduktiv auf die Fahrgastzahlen und  Auslastungsgrade im öffentlichen Verkehr, aufgrund der Attraktivitätssteigerungen im motorisierten  Individualverkehr als auch der raumstrukturellen Anpassungstendenzen an die höheren  Geschwindigkeiten. Auch die Stadt St.Pölten kann nur bedingt von den scheinbar verbesserten  Erreichbarkeiten im motorisierten Individualverkehr durch eine Schnellstraße profitieren, da das neu  generierte Verkehrsaufkommen im Raum St.Pölten zu entsprechenden Belastungen des bestehenden  Straßennetzes führt. Da die Bahnlinie, historisch bedingt, zum Teil außerhalb der über den Bahnhof  zu erreichenden Potenziale liegt, sind entsprechende Zubringersysteme mittels Bus vorzusehen.  Realistischerweise gehören dazu auch Radabstellanlagen als auch Park&Ride Möglichkeiten für den  motorisierten Individualverkehr. Vor allem eine effiktive Parkraumorganisation und  Parkraumbewirtschaftung in St.Pölten beeinflusst die Verkehrsmittelwahl im Korridor jener, die nach  St.Pölten pendeln. 

Ausbau‐ und Investitionsmaßnahmen in den öffentlichen Verkehr müssen immer unter  Berücksichtigung der Möglichkeiten einer Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr gesehen  werden. Das bedeutet, dass singuläre Maßnahmen im ÖV alleine nicht ausreichen um, im Fall des  Traisentales eine entsprechende Verlagerung zu bewirken. Dazu bedarf es Maßnahmen im Bereich  der Gemeinden wie Stellplatzorganisation, Park&Ride bei den Bahnhöfen,  Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Stärkung der lokalen  Ortszentren, sowie ein gut organisiertes Zubringersystem zur Bahn. 

In weiteren Arbeitschritten sollten die Erreichbarkeit der Potenziale durch Neutrassierung der  Bahnlinien untersucht werden. Derzeit befinden sich die Bahnhäfe/Haltestellen der Traisentalbahn  oftmals am Rande der Ortschaften, wodurch sie de facto keine Chance gegenüber den MIV besitzen.  Eine Erhöhung eine Chancengleichheit ist entweder durch die Errichtung äquidistanter  Sammelgaragen bei den Bahnhöfen bzw. einer optimierten Linienführung der Bahntrasse zu  erreichen. Darüber hinaus sind für alle betroffenen Gemeinde detaillierte Konzepte auszuarbeiten,  die ein Anschlusssicherung der Zubringerbusse zu den Haltestellen ermöglichen.

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